Die Zeit, in der Babys nur schlafen und trinken, ist schon nach wenigen Monaten vorbei. Von da an wollen die Kleinen, was alle Kinder wollen: spielen. Am liebsten mit Mama und Papa.
„Das gemeinsame Spiel gibt kleinen Kindern die innere Sicherheit, die sie für die nächsten Entwicklungsphasen brauchen“, erklärt Stella Valentien von der Deutschen Liga für das Kind in Berlin. Gemeinsam mit der Frühpädagogin haben wir Spiele für die Kleinsten gesammelt – bei denen der Nachwuchs viel Spaß hat und eine ganze Menge lernt.
Decken-Karussell, Kaffeekränzchen, Hoppereiter und einiges mehr
Decken-Karussell
Aus einer kleine Decke oder einem dicken Tuch wird im Handumdrehen ein Babykarussell. Das Kind auf die Kuscheldecke legen oder setzen und dann die Decke an einer Ecke fassen und ganz langsam im Kreis oder durch den Raum ziehen. „Schauen Sie das Kind genau dabei an. Es trainiert auf diese Art seinen Gleichgewichtssinn“, sagt Stella Valentien.
1/7
Kaffeekränzchen mit Teddy und Mama
Babys erstes Rollenspiel. Wenn Kuscheltiere anfangen, mit Mamas verstellter Stimme zu sprechen, und den Nachwuchs zum Tee einladen, quietschen die Kleinen vor Freude. Im Krabbelalter können Kinder auch schon mal in die Rolle eines Hundes oder einer Katze schlüpfen. Mama fragt dann, ob sie dieses süße Hündchen wohl streicheln darf – und bis zum ersten „Wau wau“ vom Kind dauert es nicht mehr lang. „Kinder schulen ihre innere Vorstellungskraft, wenn sie sich in eine Rolle hineinversetzen. Gleichzeitig lernen sie erste Regeln der Kommunikation“, sagt Frühpädagogin Valentien.
2/7
Hoppereiter und immer weiter
Ein Klassiker und oft das Größte für die Kleinen: sich auf Mamas oder Papas Knien zum Takt eines Reimes durchschütteln lassen. Wenn es zum wilden Ritt noch einen kleinen Reim gibt, wird neben der Balance auch das sprachliche Empfinden geschult. „Durch Reime verinnerlichen Kinder schon Sprachstrukturen wie Silben oder Satzenden“, erklärt Stella Valentien. In Kombination mit der Bewegung verstärkt sich der Lerneffekt, weil sich die Rhythmen von Sprache und Reiterei ähneln. Gleiches geht mit einem „Fußtanz“: Das Kind stellt sich auf Papas Füße, und gemeinsam wird getanzt.
3/7
Plitsch Platsch
Zwei Plastikbecher – mehr braucht es nicht, um einen Einjährigen in der Badewanne glücklich zu machen. Er kann immer wieder Wasser in den einen Becher füllen und rüber in den anderen kippen. Dabei begreifen Kinder, was „leer“ und „voll“ bedeutet. Wenn das langweilig wird: zur Quietsche-Ente wechseln. Die lässt sich super unter Wasser drücken und schnellt wieder nach oben – eine erste Physik-Lektion. Oder sie macht einen Segeltörn: „Wenn Kinder einen Gegenstand über das Wasser pusten, trainieren sie ihre Mundmotorik, das kommt der Sprachentwicklung zugute.“
4/7
Ich bin ich, du bist du
„Määäp!“, sagt Papa und drückt sich dabei auf die Nase. Dann stupst er mit dem Finger leicht auf Babys Nase und macht wieder „Määp!“. Was Papa da macht, ist sehr faszinierend. Ob er wohl das Geräusch wiederholt, wenn Baby ihm auf die Nase drückt? Das kann es gleich mal ausprobieren, und vielleicht macht das Ohr ja auch ein Geräusch? „Ein tolles Spiel für die Selbst- und Fremdwahrnehmung“, sagt die Frühpädagogin. „Kinder ab einem Jahr beginnen so, sich als Person wahrzunehmen.“
5/7
Das Wohnzimmer erkrabbeln
Auf allen vieren wird die Welt noch mal spannender. Richten Sie einen Erlebnisraum für das Baby ein: mit Kissen auf dem Boden, zum Besteigen oder Ausruhen, mit Stapelbechern aus Plastik oder einer Kiste zum Erkunden. „Wichtig ist, dass Eltern das Kind hier nicht anleiten, sondern es selbst probieren lassen“, rät Valentien. So gewöhnen sich die Kleinen auch an eigenständiges Spielen und brauchen nicht immer Mama und Papa dafür.
6/7
Wo ist der Löffel?
Gerade war er noch in Mamas Hand, jetzt sind Hand und Löffel verschwunden? Nein, sie haben sich nur hinter Mamas Rücken versteckt. „Suchspiele schulen das Gedächtnis und das Vorstellungsvermögen“, sagt Stella Valentien. „Babys lernen, dass etwas noch da sein kann, auch wenn sie es gerade nicht sehen.“
7/7
Lernen mit Händen und Füßen
Ab etwa einem halben Jahr beschäftigen sich Babys gern mit Spielzeug. Was sich wann eignet:
6 bis 12 Monate: Fühlbilderbücher, Quietschtiere, Stoffbälle, Holzleporellos
12 bis 18 Monate: Holzbausteine, Puzzle mit Knöpfen, Bilderbücher, Zieh-Tiere
18 bis 24 Monate: Sortierkästen, Puppen zum An- und Ausziehen, Xylofon
2 bis 3 Jahre: Dreirad, Verkleidungen, dicke Malstifte, Steckbausteine, Knete
3 bis 4 Jahre: Roller, einfache Gesellschaftsspiele (Bilderdomino), Wasserfarben
Julia Lüneburg / Baby und Familie;
24.06.2011
Bildnachweis: Getty Images/Stone, Getty Images/Photographer's Choice
Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z>, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit