Hörspiel: Enny und Mo lernen sich kennen

Der kleine Bär Mo lebt mit seinen Eltern im Wald. Als sie die Umgebung erkunden, sieht Mo einen Traktor. Neugierig folgt er ihm alleine. Eine Geschichte zum Anhören, gesprochen von Schauspieler Fabian Harloff
von Peggy Elfmann, aktualisiert am 04.09.2017

Hörspiel: Mo und Enny lernen sich kennen

Bild: W&B/Martina Ibelherr

Enny und Mo lernen sich kennen

Kennst du eigentlich den kleinen Bären Mo? Nein? Dann erzähle ich dir von ihm.

Mo ist ein Bärenkind und lebt mit seinen Eltern in einem Wald. Ihre Höhle ist richtig gemütlich: Es gibt eine kleine Küche mit einem Schaukelstuhl. In ihm sitzt Mo abends immer mit seiner Mama. Sie liest ihm dann ein Märchen vor, während Mos Papa ihm seine Gute-Nacht-Milch warm macht. Vor und zurück, vor und zurück – so wippt der Schaukelstuhl. Manchmal fallen Mo dabei sogar die Augen zu, so schön schaukelt es. Und seine Mama ist auch so gemütlich. Nachts kuscheln sich die drei Bären in dem großen Bett aneinander.

Am liebsten ist die Bärenfamilie aber draußen im Wald unterwegs. Die Bäreneltern zeigen ihrem kleinen Mo jeden Tag ein Stück mehr vom Wald. Sie erzählen ihm von den Pflanzen, Kräutern und Beeren, die dort wachsen. Heute will die Bärenfamilie einen Ausflug zum See machen. Mo ist ganz aufgeregt. "Stopp, Mama. Warte, Papa", ruft der kleine Bär. "Ich muss noch meine Tasche holen." Mo geht nie ohne seine kleine Umhängetasche aus der Höhle. Wenn er unterwegs etwas Schönes findet, zum Beispiel einen Kreidestein, kann er ihn gut einpacken.

Mo kommt mit der Tasche wieder. "Da bist du ja endlich", sagt die Bärenmama. Und los gehen sie. Mo läuft vorne weg und guckt ein bisschen verträumt nach oben. Er mag es, wenn die grünen Blätter im Sonnenschein hin und her tänzeln. "Vorsicht, Mo, du musst ein bisschen aufpassen! Du verpasst das Beste, wenn du nur träumst", ruft der Bärenpapa. "Was ist denn?", will Mo wissen. Der Papa erklärt ihm: "Schau, hier wachsen Brombeeren. Die sind schon richtig reif." Er nimmt eine Beere und gibt sie Mo. "Mmh, schmeckt die aber gut", sagt Mo. Er pflückt sich gleich noch ein paar und steckt sie in seinen Mund.

Die Bären laufen weiter und kommen schließlich zu einem kleinen See. "Kommt, wir ruhen uns erst einmal aus", schlägt die Bärenmama vor. Sie breitet eine große bunte Decke aus. Sie setzen sich darauf und gucken auf den See. Davon werden die Bärenmama und der Bärenpapa ein bisschen müde – und machen die Augen zu. "Wie langweilig", denkt Mo. Keiner ist hier, mit dem ich spielen kann.

Plötzlich hört er ein Rattern und Knattern. ‚Was ist denn das?`, wundert er sich. Da sieht er ein großes grünes Fahrzeug. Es ist ein Traktor. Er hat riesige Reifen und zieht einen Anhänger voller Strohballen. Er fährt den Feldweg entlang, bis zu den Häusern auf der anderen Seite des Sees. ‚Das will ich mir genauer anschauen‘, überlegt sich Mo. Mama und Papa sind eingeschlafen, da erkundet er die Umgebung eben allein. Und so läuft Mo dem Traktor hinterher. ‚Vielleicht finde ich dort ja Freunde?‘, denkt sich der Bär.

Währenddessen schwimmt auf dem See eine kleine Ente. Sie heißt Enny und planscht mit ihren Geschwistern im Wasser. Sie hört den Traktor auch, aber wundert sich nicht. Denn sie wohnt ja hier neben dem Bauernhof. Enny kennt den Bauern und den großen grünen Traktor sehr gut. Sie durfte sogar schon einmal mitfahren. Das war ganz schön laut, aber hat lustig gerumpelt. "Enny, guck mal, da ist ein Bär", ruft der kleine Bruder. Ja, richtig, dort hinter dem Traktor läuft ein Bärenkind. "Was macht das denn hier?", fragt sich Enny. "Ich schaue mir das mal an", sagt sie und watschelt zum Bauernhof.

Mo ist natürlich schon längst angekommen. Aber er kann den Traktor nicht mehr sehen. Der war einfach viel zu schnell. Jetzt steht Mo vor einer großen Scheune. Er weiß gar nicht, wohin er blicken soll. Es gibt so viele Türen und es sieht ganz anders aus als im Wald. Dort hinten steht eine Tür offen. Am liebsten würde er dahin gehen und schauen, wer da wohnt. Vielleicht jemand, mit dem er spielen kann? Aber plötzlich – kawumm – rauscht der Traktor an ihm vorbei. Mo steht jetzt ganz still und zittert ein wenig. Das war aber laut!

"Oh je, hast du dir weh getan?", ruft Enny, die Ente. Sie ist gerade auf den Bauernhof gekommen. "Nein, nein", sagt Mo ganz leise. Er hat sich nicht verletzt, aber einen großen Schreck hat er bekommen. Doch das will er nicht zugeben. "Hier auf dem Bauernhof muss man immer aufpassen", erklärt Enny. "Das ist doch blöd hier, wenn man umgefahren wird. So ein doofes Dings", entgegnet Mo trotzig. Eigentlich ist er ganz froh, dass die kleine Ente bei ihm ist.

"Wie heißt du eigentlich?", fragt Enny den Bären. "Ich?", entgegnet er. "Ich heiße Mo und wohne im Wald. Und du?" "Ich bin Enny und lebe hier auf dem Bauernhof mit ganz vielen anderen Tieren", erzählt die kleine Ente. Das findet Mo spannend – und er möchte noch mehr über den Bauernhof wissen. Er war ja auf der Suche nach Freunden, mit denen er spielen kann. "Komm, ich zeig dir alles", sagt Enny und führt ihn über den Bauernhof.

Erst gehen sie zu den Schweinchen. Ihr Platz im Stroh ist ganz gemütlich – und es könnte kuschelig sein. Aber Mo hält sich die Nase zu. Es riecht ganz schön streng. "Puh, komm wir gehen weiter", sagt Enny. Mo ist froh, dass sie ihn an der Hand nimmt. Bei den Kälbern und Fohlen gefällt es ihm schon besser.

Und die Lämmer und Zicklein findet er so lustig. Wie die mit den Hinterbeinen springen können! Zum Schluss zeigt Enny ihm noch die Hasen und Meerschweinchen. Mo möchte gar nicht mehr aufhören, sie zu streicheln. Ihr Fell ist so weich.

"Das ist aber ein toller Bauernhof", sagt er. Hier würde er auch gerne wohnen. Aber jetzt muss er wieder zu seinen Eltern gehen. Die warten bestimmt schon auf ihn. Enny bringt den kleinen Bären zum See. "Besuchst du mich mal wieder?", fragt sie ihn zum Abschied. "Na, klar", sagt Mo und nickt eifrig.

Der Bärenpapa schlummert immer noch, aber die Bärenmama öffnet gerade ihre Augen. "Ups, jetzt bin ich doch tatsächlich eingeschlafen", sagt sie. "Was hast du denn gemacht? Hast du dich gelangweilt?", fragt sie ihren Sohn. Mo schüttelt den Kopf. Dann erzählt er seiner Mama von dem Ratter-Knatter-Traktor, den Stinke-Schweinchen, den Kuschel-Hasen und vor allem von Enny. "Die kennt sich richtig gut aus", sagt er und freut sich schon auf die nächsten Abenteuer mit seiner kleinen Enten-Freundin.


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