Dreimonatskoliken: Tipps für Eltern

Sich wohlfühlen – das ist wichtig für Baby und Eltern. Ein paar kleine Tricks, die das Leben erleichtern können und Schreiattacken vorbeugen

13.02.2014

Fliegerstellung: Das Kind liegt bäuchlings auf den Unterarm, die andere Hand stützt es ab

W&B/ Jakob

Babys Wohlfühlprogramm

Neugeborene müssen viele neue Eindrücke verarbeiten. Gönnen Sie Ihrem Kind einen ruhigeren Tagesablauf. Routine gibt Babys Sicherheit.

Omas alter Ratschlag, Babys müsse man auch mal schreien lassen, gilt als überholt: Sie sollten schon versuchen, Ihr Kind zu trösten, wenn es weint. Verschiedene Methoden können helfen, Ihr Baby zu beruhigen: herumtragen, tanzen, singen, summen, spazieren gehen ... probieren Sie es einfach aus, aber lassen Sie sich nicht zu rasch entmutigen und wechseln Sie nicht panisch die Methode, wenn sie nicht sofort den gewünschten Erfolg erzielen.


Wenn Ihr Kind eigentlich schlafen sollte, aber unruhig und weinerlich wirkt, könnte das auch heißen: Ihr Baby braucht keinen direkten Kontakt mehr, sondern es will seine Ruhe haben und schlafen – ab ins Bettchen legen.

Wenn Ihr Kind im Bett weint, sollten Sie es nicht gleich hochnehmen. Zunächst einmal im Bettchen oder Wagen in ruhigem Rhythmus schaukeln beziehungsweise hin und her schieben, streicheln oder nur Hand auflegen, leise murmelnd mit ihm sprechen oder ein Gute-Nacht-Lied singen – gerne immer dasselbe.

Auch eine kleine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch tut gut. Aber Vorsicht: Testen Sie die unbedingt Temperatur vorher an Ihrer Handgelenksinnenseite. Machen Sie die Wärmflasche auf keinen Fall zu heiß und legen Sie sie niemals direkt auf die Haut, sondern wickeln Sie sie immer in ein Tuch ein, damit sich das Baby nicht verbrennt.

Außerdem haben sich bewährt: Zarte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn eventuell mit Babyöl (oder Windsalbe aus der Apotheke), mit beiden Händen die Knie Ihres Babys ein paar Mal leicht gegen den Bauch drücken, feucht-warme Bauchwickel, ein warmes Bad, Herumtragen über die Schulter gelehnt, in "Fliegerstellung" spazieren tragen (dazu das Kind bäuchlings auf den waagrecht gehaltenen Unterarm legen, mit der einen Hand am Po festhalten und  mit der anderen von oben stützen), ins Tragetuch packen, gleichmäßiges, vorsichtiges Wippen auf einem großen Gymnastikball.

Wenn Sie dabei sind, darf Ihr Baby auch mal auf dem Bauch oder der linken Seite liegen, damit es aufstoßen kann und die Blähungen abgehen können.

Viele Hebammen schwören auf Homöopathie. Im Bündel der Maßnahmen ist das sicher einen Versuch wert.

Falls noch andere Ursachen (zum Beispiel Zwangshaltungen von Wirbelsäule und Kopf) für die Schreiattacken in Frage kommen, können eventuell manuelle Therapie oder Osteopathie hilfreich sein. Sprechen Sie darüber aber unbedingt zuerst mit Ihrem Kinderarzt.

Für Mama und Papa

Wenn Sie früher für die Erzählungen anderer Jungmütter nur Kopfschütteln übrig hatten, nach dem Motto "Die können sich halt nicht organisieren" – spätestens jetzt wissen auch Sie es besser. Lassen Sie im Tagesablauf alle Fünfe gerade sein, Ihr Neugeborenes geht vor. Morgens um halb zehn in Deutschland und Sie sind immer noch im Schlafanzug? Ja, na und …

Manchmal wirkt auch die Ablösung der Betreuungsperson Wunder. Neugeborene haben feine Sensoren, wenn Nerven blank liegen.

Auszeiten planen: Wenn Oma oder Opa babysitten, gehen Sie joggen, ins Kino oder einfach nur spazieren. Kurz: Machen Sie, was Ihnen gut tut.




Bildnachweis: W&B/ Jakob
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