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Dreimonatskoliken: Therapie

Fencheltee oder entblähende Tropfen aus der Apotheke – was tun bei Dreimonatskoliken? Wichtigster Punkt ist ein beruhigender Tagesrhythmus mit Zuwendung und Nähe


Ruhe bewahren: Leises Zureden und Herumtragen hilft bei manchen Kindern

Es gibt keine sicher wirksame Therapie gegen Dreimonatskoliken. Aber Sie können aus vielen bewährten Tipps Ihren individuellen Plan erstellen, der der ganzen Familie die schwierigen Monate erleichtert. Wichtig ist jedoch vor allem: Auch wenn Sie es sich jetzt nicht vorstellen können – nach drei bis vier Monaten ist der Spuk meist von heute auf morgen vorbei. Reden Sie mit anderen Eltern. Sie sind nicht allein! Jede dritte Familie weiß, wovon Sie sprechen.

Holen Sie sich gegebenenfalls Hilfe von einem Profi: In jeder größeren Stadt gibt es sogenannte Schreiambulanzen (meist in Kinderkrankenhäusern), in denen Sie Ihr Problem schildern können und von Fachleuten beraten werden. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt nach Adressen vor Ort.


Ernährung: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in Ruhe und ausreichend trinken kann und lassen Sie es sorgfältig aufstoßen. Ihre Hebamme oder der Kinderarzt beraten Sie bei der richtigen Fütterungstechnik.

Die optimale Fläschchenzubereitung: Schütteln Sie das Fläschchen nicht – schwenken genügt völlig. So vermeiden Sie zu viele Luftblasen, die Ihr Kind mittrinkt. Fläschchen nach der Zubereitung ein paar Minuten stehen lassen, damit sich die restlichen Luftbläschen auflösen können.

Gegen Luftschlucken hilft ein Saugerloch, aus dem die Nahrung langsam und stetig wie aus einem undichten Wasserhahn tropft.

Diagnostiziert der Kinderarzt eine Kuhmilchallergie, muss das Kind mit einer kuhmilchfreien Spezialnahrung ernährt werden. Dies ist jedoch nur selten der Fall. Lassen Sie sich dazu vom Arzt beraten.

Auf blähende Speisen und starke Gewürze während der Stillzeit gegebenenfalls verzichten: Bohnen, Linsen, Kohl, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Pfeffer und Paprika machen zum Beispiel manchmal Probleme. Wenn Ihr Kind auf ein spezielles Nahrungsmittel zu reagieren scheint, lassen Sie es einfach weg. Wenn Sie keinen Unterschied bemerken, essen Sie ruhig wieder wie gewohnt.

Gegen Blähungen ist nicht nur ein Kraut gewachsen: Kümmel- und Fencheltee entblähen Groß und Klein. Sie können auch das Fläschchen gleich mit Tee zubereiten. Ein gestilltes Kind braucht aber keine zusätzliche Teemahlzeit.

Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt können Sie ihrem Kind bei Blähungen eventuell auch Simeticon- beziehungsweise Dimeticon-Tropfen aus der Apotheke gemäß Dosierungsanleitung oder ärztlicher Verordnung geben. Sie sollen zur Auflösung der Gasblasen führen. Vielversprechend ist auch die Gabe von Lactobacillen, die helfen sollen, die normale Darmflora (Besiedelung mit Bakterien) herzustellen. Lassen Sie sich auch dazu von Ihrem Kinderarzt beraten.



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www.baby-und-familie.de; 13.09.2005, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: Stockbyte/RYF

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