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Welche Medikamente helfen Kindern mit Bluthochdruck (Hypertonie)?

Welche Medikamente helfen Kindern mit Bluthochdruck (Hypertonie)? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Die Behandlung von Bluthochdruck (ohne behandelbare Grunderkrankung) setzt erstens auf einen gesünderen Lebensstil und zweitens auf Medikamente

Gelingt es nicht, den Blutdruck durch Änderung der Lebensgewohnheiten zu senken, sollte eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, um Folgeerkrankungen wie Gefäßverkalkungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall im Erwachsenenalter zu verhindern.
Es gibt zahlreiche Medikamente mit verschiedenem Wirkmechanismus, mittels derer der Blutdruck gesenkt werden kann. Dabei sind die im Folgenden aufgeführten ersten beiden Medikamentengruppen bei Kindern lange erprobt und sicher, aber auch die letzteren haben sich mittlerweile in der Therapie des Bluthochdrucks bei Kindern bewährt.

Diuretika: der Harnfluss, das heißt die Flüssigkeits- und Salzausscheidung der Nieren, wird gesteigert; dadurch sinkt der Blutdruck.
Beta-Blocker: Membranrezeptoren (Rezeptoren sind Empfangsstellen), die auf  die körpereigenen Hormone Adrenalin und Noradrenalin reagieren, werden blockiert; Puls (Herzfrequenz) und das vom Herzen bewegte Blutvolumen, das Herzzeitvolumen, werden vermindert, der Blutdruck gesenkt.
ACE-Hemmer: Hemmen die Bildung von Angiotensin, einem blutdrucksteigernden Gewebshormon.
Angiotensinrezeptor-Blocker (oder -Antagonisten): Hemmen die Wirkung von Angiotensin, siehe ACE-Hemmer.
Kalziumantagonisten: Reduzieren die Wirkung von Kalzium durch Hemmung des Kalziumeinstroms in die Zellen, erweitern dadurch die Blutgefäße, Gefäßwiderstand und Blutdruck sinken.

Die Auswahl wird individuell vom behandelnden Kinderarzt getroffen, unter anderem auch im Hinblick auf mögliche Begleiterkrankungen (zum Beispiel bei Migräne eher Beta-Blocker, bei Diabetes eher ACE-Hemmer).

Grundsätzlich beginnt die Behandlung mit der niedrigsten empfohlenen Dosis eines einzelnen Präparats. Diese Dosis kann gesteigert werden, bis der erwünschte Blutdruck erreicht ist. Gelingt dies nicht bzw. treten unerwünschte Nebenwirkungen auf, sollte eine zweite Substanz aus einer anderen Medikamentengruppe hinzugefügt werden. Dabei werden vorzugsweise Gruppen mit sich ergänzenden Wirkmechanismen kombiniert (etwa ACE-Hemmer mit einem Diuretikum, Kalziumantagonist mit einem Beta-Blocker).

Ziel ist ein Blutdruck, der dauerhaft unterhalb der 95. Perzentile liegt bzw., wenn zusätzliche Risikofaktoren vorhanden sind (zum Beispiel eine Nierenerkrankung oder ein Diabetes mellitus Typ 1), unterhalb der 90. Perzentile.



Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt, ehem. Direktor
des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München


Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 




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www.baby-und-familie.de; 23.01.2009, aktualisiert am 24.08.2011
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