1. Griff: Er sollte sich in seiner Höhe verstellen lassen und sich so an die Größe des jeweiligen Kinderwagen-Schiebers anpassen. So bekommen weder Sie noch Ihr Partner Rückenschmerzen.
2. Bremsen: Die feststellbare Parkbremse sollte zuverlässig sein und leicht zu bedienen. Ist der Schieber des Wagens schwenkbar, sodass das Kind Sie anschauen oder in Fahrtrichtung blicken kann, müssen Sie die Bremse von beiden Seiten aus betätigen können. Handbremsen benötigen Sie zum Sport, und im hügeligen Gelände erleichtern sie schon mal den Spaziergang.
3. Reifen: Den besten Fahrkomfort – wichtig auf holprigen Wegen – bieten größere, luftgefüllte Reifen. Für Touren in der Stadt tun es kleine Räder mit Gummilaufschicht. Ein Kompromiss: Reifen aus Schaummaterial. Drei oder vier davon? Zum Sport zugelassene Kinderwagen haben meist drei – so sind sie leichter und laufen besser geradeaus. Mehr Kippsicherheit im Alltag bieten Modelle mit vier Reifen.
4. Stauraum: Wer mit mehreren Kindern unterwegs ist, hat jede Menge Gepäck im Schlepptau. Von Windeln über Breigläschen bis hin zum Lieblingsspielzeug: Ein großer Ablagekorb macht hier vieles leichter. Achten Sie darauf, wie viel Gewicht Sie laut Bedienungsanleitung transportieren dürfen! Überladen Sie den Kinderwagen, kann der schnell mal umkippen.
5. Handhabung: Ein Kinderwagen, der oft auf- und abgebaut wird, sollte sich möglichst einfach zusammenlegen lassen. Am besten im Laden mehrere Modelle testen. Verstauen Sie den Kinder wagen probehalber auch im Kofferraum Ihres Autos – oder vergleichen Sie beim Einkauf die Maße des Kofferraums mit den Herstellerangaben.
6. Liege-/Sitzfläche: Mindestens sechs Monate sollte Ihr Baby im Wagen liegen, auf einer rund 80 Zentimeter langen, mittel harten Matratze. Wenn es sicher sitzen kann, braucht es eine circa 35 mal 21 Zentimeter große Sitzfläche und eine mindestens 83 Zentimeter hohe Rückenlehne. Beides sollte fest sein und nicht durchhängen. Auch wichtig: eine verstellbare Fussstütze.
7. Gurt: Fast alle Kinderwagen sind mit einem Y-Gurt ausgestattet, der Kinder auch an den Schultern hält und ihren Bewegungsspielraum einschränkt. Das macht die Fahrten für kleine Passagiere sicher er. Achten Sie darauf, dass der Gurt mit wenigen Handgriffen anzulegen ist und dass die Verschlüsse auch den Kräften Ihres Kindes standhalten.
Gewicht: Je leichter, desto besser können Sie den Kinderwagen im Auto verstauen. Oder die Treppen zu Ihrer Wohnung hinauftragen. Modelle mit Aluminium-Gestell sind hier im Vorteil.
Was beim Kinderwagen-Kauf noch wichtig ist:
Note 5: Durchgefallen!
Ginge es nach dem Zeugnis der Stiftung Warentest, müssten viele Hersteller eine Ehren runde drehen. Zehn von 14 Kinderwagen erhielten ein Mangelhaft. Hauptgrund: Schadstoffe wie Phtalate (Weichmacher) oder problematische Flammschutzmittel.
„Wir haben untersucht, was Eltern und Kinder oft anfassen“, sagt Projektleiter Martin Hofmann – Griffe, Gurte, Bezüge. Eltern lässt das Ergebnis ratlos zurück, beim Neukauf bekommen sie wenig Entscheidungshilfe. So gibt es viel mehr Schadstoff-Grenzwerte für Spielzeug als für Kinderwagen. Entsprechende Gütesiegel existieren auch nicht. Tipp des Experten: „Riechen Gurt oder Griff stechend, ist das kein gutes Zeichen.“
Wichtig ist, sich genau zu informieren – zum Beispiel im Internetportal www.test.de oder bei den Herstellern selbst, einige haben Verbesserungen versprochen. Wer bereits ein schlecht getestetes Modell besitzt, sollte waschbare Textilien in die Waschmaschine stecken und darauf achten, dass das Kind Dinge wie etwa den Gurt möglichst nicht in den Mund steckt.
Julia Wölkart / Baby und Familie;
27.05.2010, aktualisiert am 10.07.2010
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle, iStock/RapidEye
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