Welcher Kinderwagen passt zu uns?

Kaum kündigt sich Nachwuchs an, beginnt die Suche nach dem passenden Kinderwagen. Jogger, Doppelwagen, Fahrradanhänger – mit diesen Tipps fällt die Wahl leichter

von Annett Zündorf, aktualisiert am 09.02.2016

Für die Lauf-Fans unter den Eltern eignet sich häufig ein Jogger am besten

Corbis/Cardinal

Die Flut an Kinderwagenmodellen im Laden wirkt fast erschlagend. Hier das Richtige für sich zu finden ist gar nicht so einfach. Gut, wenn werdende Eltern da ein paar Basics kennen und beachten: In den ersten Monaten müssen Babys im Kinderwagen flach liegen können. Für den Rücken der Eltern vorteilhaft: ein höhenverstellbarer Griff. Autobesitzer sollten vor dem Kauf prüfen, ob der neue Kinderwagen auch in den Kofferraum passt.

Besonders alltagstauglich sind Modelle, die sich leicht zusammen- und auseinanderklappen lassen. In der Stadt sind Kinderwagen mit kleinen, wendigen Rädern eine gute Wahl. Wichtig: Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) zeigt, dass der Kinderwagen unabhängig und neutral überprüft wurde. Darüber hinaus spielen auch die Lebensumstände eine Rolle bei der Wahl des Kinderwagens. Gibt es zum Beispiel noch ein älteres Geschwister, das ab und zu mitfahren soll? Hält man sich viel in der Natur auf? Will man mit Kinderwagen Sport treiben? Dann sollten Eltern Folgendes wissen:


Kinderwagen für Lauf-Fans

Eltern, die mit Kinderwagen joggen wollen, brauchen ein dafür zugelassenes Gefährt. Und nicht alles, was Jogger heißt, hat diese Zulassung. Geeignet sind dreirädrige Wagen mit leichtgängiger Luftbereifung und höhenverstellbarem Griff. "Die Räder sollten möglichst groß und gut gefedert sein. Eine Handbremse sorgt für sichere Verzögerung", sagt Ralf Diekmann, Pressesprecher Produktsicherheit beim TÜV Rheinland in Köln.

Wie alle Kinderwagen sollten auch für den Sport geeignete Wagen das GS-Zeichen tragen. Dies signalisiert, dass alle Teile des Wagens unabhängig geprüft wurden. Generell gilt: Babys sollte man in den ersten Monaten nicht zum Joggen mitnehmen, sie sollten erst selbstständig sitzen können. Vorher sind die Erschütterungen beim Laufen zu groß.

Kinderwagen für Naturfreunde

Holpriger Untergrund, schmale Wege, Wurzeln, große Steine – wer häufig in der freien Natur unterwegs ist, braucht ein stabiles Gefährt. Hierfür eignen sich einerseits Jogger, aber auch normale Kinderwagen. Wichtig ist ­vor allem eine ordentliche Federung. Auch auf die richtigen Räder kommt es an, damit der Wagen nicht bei jeder kleinen Unebenheit unsanft ausgebremst wird.

"Große, luftbereifte Räder rollen und federn gut", empfiehlt Ralf Diekmann. Er rät zum vierrädrigen Kinderwagenmodell, da es stabiler und kippsicherer ist. Zudem sind feststellbare Räder vorteilhaft. Geht es im Gelände viel bergauf und bergab, kann eine zusätzliche Handbremse sinnvoll sein.

Kinderwagen für Zwillinge

Grundsätzlich gelten für einen Zwillingskinderwagen die gleichen Auswahlkriterien wie für einen Einsitzer. Aber Eltern sollten vor dem Kauf noch ein paar Dinge intensiver prüfen: Passt der Wagen ins Auto? Gibt es genügend Platz, ihn vor oder in der Wohnung ­abzustellen? Lässt er sich vom Gewicht her noch gut handhaben?

Wer Zwillinge hat, schleppt ohnehin doppelt. Da zählt bei der Auswahl des Wagens für die Kleinen jedes Gramm. Zwischen 20 und 25 Kilo wiegt alleine das Gefährt – gerade zu Beginn, wenn die Kleinen jeweils eine eigene Wanne haben. Die Kinder liegen heute in den meis­ten Wagen nebeneinander. "Auf diese Weise ist der Blickkontakt zu beiden Kindern am einfachsten", sagt Diekmann.

Kinderwagen für Baby und Kleinkind

Für Familien mit Baby und Kleinkind kommen auch die klassischen Doppelwagen infrage, sagt Ralf Diekmann, aber: Die Nutzungszeit ist sehr begrenzt. "Kiddiboards sind eine gute Alternative für kurze Strecken", rät er. Die kleinen Bretter mit den Vollgummirollen lassen sich mit einem Griff an den normalen Babykinderwagen einhängen. Allerdings rollen sie nur auf glattem Untergrund. Schon auf Holperpflaster funktioniert es nicht mehr. Auch möglich: ein Fahrradanhänger (siehe unten).

Kinderwagen für Umweltbewusste

Die Untersuchungen von Stiftung Warentest und Stiftung Ökotest zeigen immer wieder das Gleiche: Viele Kinderwagen enthalten giftige Weichmacher, schleimhautreizende Materialien oder Stoffe, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Eltern, die einen Wagen ohne ­jegliche schädlichen Substanzen suchen, haben nicht viel Auswahl.

Aber die wenigen angebotenen Varianten punkten beispielsweise mit Bioschurwolle statt Polyesterwatte in der Tragetasche, Griffen aus Kork oder einer Echtholzplatte als Rückenstütze. Manche Firmen verwenden bereits Stoffe aus recycelten Materialien und achten auf ­eine nachhaltige Produktion. Andere nutzen Verpackungen, die zur Kinderzimmer-Dekoration werden, oder pflanzen für jeden Wagen einen Baum.

Kinderwagen für Fahrradbegeisterte

Fahrradanhänger bieten regelmäßigen Radlern eine echte Alternative zum klassischen Kinderwagen. Es gibt sie als Einsitzer, aber auch für zwei Kinder. Die gro­ßen, luftbereiften Räder sorgen für schnelle Fahrt auf jedem Untergrund. Die meisten lassen sich zum Buggy umbauen, einige der Anhänger können mit einem großen Frontrad ausgerüstet werden. Dann sind sie auch auf steilen und holprigen Waldwegen eine sichere und komfortable Alternative zum klassischen Wagen.

Die Zweisitzer sind oft leichter als klassische Zwillings- oder Geschwisterwagen. Weil sie auch ­schmaler sind, kommt man selbst mit Kinderdoppelpack in die meis­ten Geschäfte. Beide Kinder sitzen zusammen in einem Abteil. Für neugeborene Babys gibt es Wanneneinsätze. Während dieser Zeit darf der Fahrradanhänger nur als Kinderwagen benutzt werden! Später liegen die Kinder in einer Hängematte, bis sie selbst sitzen können. Bis zum Alter von etwa fünf Jahren kann der Nachwuchs im ­Hänger mitfahren.



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Bildnachweis: Corbis/Cardinal
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