So finden Sie den richtigen BH

Zu eng, zu weit, zu knapp: Jede zweite Frau trägt ihren BH in der falschen Größe. Tipps für den richtigen Büstenhalter

von Peggy Elfmann, aktualisiert am 08.01.2016

Viele Frauen tragen einen zu engen BH

F1online

Es gibt sie klassisch, erotisch oder verspielt, mit Bügeln oder als Push-up: Wer einen BH kaufen möchte, hat ­eine riesige Auswahl – und findet doch oft nicht den richtigen. Eine Vermessung von 1500 Frauen durch das Hohenstein Institut für Textil­innovation gGmbH im Rahmen eines AIF-Forschungsprojektes zeigte, dass nur ­jede ­Zweite die korrekte BH-Größe trägt. Bei fast 35 Prozent der Frauen stellten die Experten einen zu kleinen Büstenhalter fest, bei sechs Prozent war er zu groß. "Im Idealfall sollte ein BH die natürliche Brustform möglichst wenig beeinflussen", sagt Angela Mahr-Erhardt vom Hohenstein Institut.


Wieso ist die Größe wichtig?

Ein passender Büstenhalter ist vor allem eine Stütze. "Gerade bei großen Brüs­ten kann ein gut sitzender BH Nacken, Schultern und Wirbelsäule entlas­ten", erklärt Frauenärztin Dr. Doris Scharrel aus Kronshagen. So könne ein guter BH Rücken- und Kopfschmerzen vorbeugen oder sogar verschwinden lassen.

Wann passt ein BH?

Er sollte waagerecht um den Körper herum anliegen und die Brust von unten stützen. Streift man die Träger ab, dürfen Körbchen und Brustband nicht verrutschen. Beim Kauf sollten die weitesten Verschlussösen passen. Mit einem simplen Test kann man prüfen, ob der BH hält: die Arme nach oben nehmen und nach vorne beugen. Ein guter BH sollte sitzen bleiben.

Wie misst man die Größe?

Die BH-Größe besteht aus einer Zahl und einem Buchstaben, zum Beispiel 85 C. Die 85 steht für den Unterbrustumfang, das C für die Körbchengröße. Diese ergibt sich aus der Differenz zwischen Brustumfang ­(etwa 102 cm) und Unterbrustumfang (beispielsweise 85 cm), das sind 17 Zentimeter Differenz und entspricht einem C-Cup. "Wenn man das ­Abmessen nicht gelernt hat, kann es leicht zu Ungenauigkeiten kommen", sagt Mahr-Erhardt. Ihr Tipp: das Maßband eng unter der Brust anlegen für den Unterbrustumfang und eng über die Brustwarze­ für den Brustumfang. Am besten stellt man sich dabei vor einen Spiegel, so sieht man, ob das Maßband gerade verläuft.

Eine Größe für immer?

Einmal 75 B, immer 75 B? Leider nicht. "Schwangerschaft, Stillzeit und Gewichtsschwankungen beein­flussen Größe und Festigkeit der Brust", erklärt die Frauenärztin. "Auch ­hormonelle Schwankungen im Zyklus, eine östrogenbetonte Pille oder eine Hormontherapie können zu Schwellungen der Brust führen." Mit den Wechseljahren werden Milchdrüsen abgebaut und durch Fett und Bindegewebe ersetzt, was sich auf die Form der Brust auswirkt. Deshalb: ­immer mal wieder ausmessen.

Worauf muss man achten?

Eigentlich sollten BH-Größen universell gültig sein, da sie in der Norm festgeschrieben sind. So ist festgelegt, dass ein A-Cup 12 bis 14 Zentimeter Differenz beträgt, ein B-Cup 14 bis 16 cm, ein C-Cup 16 bis 18 cm usw. Praktisch stimmt jedoch die Größe eines Modells nicht immer mit der einer anderen Marke überein. "Die Freiheit der Modellgestaltung liegt bei den Firmen. Dadurch kann es innerhalb einer Größe zu Abweichungen kommen", weiß Mahr-Erhardt. Die Form der Träger und des Körbchens beeinflusst die Passform. Um den perfekten BH zu finden, muss man also verschiedene Modelle testen.

Muss ein Sport-BH sein?

Das kommt auf den Sport an: ­Yoga kann man auch mit normalem BH machen. Läuferinnen hingegen sollten nicht auf einen Sport-BH verzichten. Die Brüste bewegen sich bei jedem Schritt auf und ab – bis zu zwölf Zentimeter bei ­großen Brüsten, wie australische Forscher herausfanden. Das strapaziert das Brustgewebe und kann zu Schmerzen in der Brust und zu Verspannungen im Rücken führen. Starken Halt bieten sogenannte High-Impact-Modelle. Wichtig sind extra­breite Träger und ein breites Brustband. "Sport-BHs müssen enger sitzen als normale BHs", sagt Mahr-Erhardt.

Was gilt bei Still-BHs?

In der Stillzeit bildet die Brust Milch und ist dadurch größer. "Ein schlecht sitzender BH kann ­einen Milchstau verursachen", warnt Ärztin Scharrel. Dabei verändert sich die Unterbrustweite nicht unbedingt. "Oft genügt eine größere Körbchengröße", sagt Mahr-Erhardt. Praktisch: Still-BHs mit Clip, der sich mit ­einer Hand öffnen lässt, und mit einer weiten Öffnung.


  • BH-Check
    W&B/Astrid Zacharias

    Das Unterbrustband trägt den Hauptteil des Gewichts. Es sollte in einer gleichmäßigen Linie um den Körper anliegen, also nicht am Rücken in die Höhe gezogen sein oder schlaff nach unten hängen.

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  • BH-Check
    W&B/Astrid Zacharias

    Die Träger dürfen nicht einschneiden oder herunterrutschen. Weil die Brüste oftmals verschieden groß sind, sollten die Träger individuell eingestellt werden. Bei sehr großen Brüsten eignen sich breite Träger.

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  • BH-Check
    W&B/Astrid Zacharias

    Die Körbchen sollen die Brust gut umschließen und der Bügel mit der Brust abschließen. Bei zu kleinen Cups wird die Brust herausgedrückt, und der Bügel schneidet ein.

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