Tuina-Massagen eignen sich gut für Kinder
Die Massageform Tuina ist eine der ältesten Therapien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). 361 klassische Akupunkturpunkte liegen auf zwölf verschiedenen Hauptleitbahnen (Meridiane) und sind mit den inneren Organen verbunden. Ist der Mensch gesund, fließt durch diese Leitbahnen die Lebensenergie Qi. Hat er eine Krankheit, kommt es zu einem Qi-Stau oder einer Qi-Leere in Meridianen und Organen, so die Theorie der Chinesen.
Diese Störungen versucht der Tuina-Therapeut zu beheben. Er massiert die blockierten Körperpunkte, um den Energiefluss wieder in Gang zu setzen. Daher kommt auch der Name der alternativen Heilmethode: Tuina setzt sich aus den beiden Worten für Schieben ("Tui") und Greifen ("Na") zusammen.
Je nach Diagnose reibt, drückt, kneift, knetet, zwickt oder klopft der Masseur die Punkte. Tuina für Babys und Kinder unterscheidet sich von der Behandlung Erwachsener, weil das System der Leitbahnen und Akupunkturpunkte der Kleinen noch nicht vollständig ausgebildet ist. „Je jünger das Kind, desto sanfter der Druck, schließlich sind ihre Knochen, Muskeln, Sehnen und die Haut noch sehr weich“, sagt die Therapeutin Diana Wagner, die sich auf Kinder-Tuina spezialisiert hat.
Husten, Schnupfen, Fieber, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsblockaden, Bettnässen und orthopädische Erkrankungen kann Diana Wagner mit Tuina behandeln.
Beispielsweise auch die Verstopfung von Lilli. Die neun Monate alte Tochter von Ilka Petzold hatte damit schon seit zwei Wochen Probleme. Die Therapeutin schaut sich als Erstes Zunge, Augen und Finger der kleinen Patientin an, um herauszufinden, was ihr fehlt. Dann tastet sie Haut und Bauch ab. Ihre Diagnose: „Der Bereich der Mitte funktioniert bei Lilli noch nicht richtig.“ Um die Verdauung zu fördern, will sie deshalb den Funktionskreis der Milz stützen: Mit ihrem Daumen kreist sie im Uhrzeigersinn über die Daumenendglieder von Lilli. Dann schiebt sie die Haut vom Handgelenk Richtung Ellenbogen und massiert verschiedene Punkte an Armen, Beinen und Rücken.
Dabei erklärt Diana Wagner der Mutter, wie sie bei den einzelnen Behandlungsschritten vorgeht. Denn in den nächsten Tagen soll Ilka Petzold ihre Tochter selbst behandeln. „Das ist der gängige Weg: Ich erhebe einen Befund und zeige den Eltern, was ihrem Kind gut tut. Sie müssen dann täglich am Morgen die Massage wiederholen, bis die Beschwerden abgeklungen sind“, schildert die Therapeutin.
Bei Lilli hat Tuina geholfen. „Am nächsten Tag schon hatte sie Stuhlgang, und danach regelmäßig alle zwei Tage“, sagt Ilka Petzold ein paar Wochen später. „Das soll so bleiben. Bei uns ist die Massage zum täglichen Ritual geworden.“
Tuina und Akupressur:
Societas Medicinae Sinensis
Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin e.V.
Franz-Joseph-Straße 38
80801 München,
Tel: 089/38888031
www.akupunktur.ch
www.tcm.edu
WAS WIRD BEZAHLT?
Weil wissenschaftliche Beweise der Wirksamkeit alternativer manueller Therapien fehlen, zahlen gesetzliche Krankenkassen in der Regel dafür nicht. Bei privat Versicherten ist
die Kostenübernahme vom jeweils geschlossenen Vertrag abhängig.
Baby und die ersten Lebensjahre
Baby und die ersten Lebensjahre;
05.08.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: Brand X Pictures/RYF
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