Das hilft Kindern bei Heuschnupfen

Juckend rote Augen, laufende Nase, Niesattacken: Kleine Heuschnupfen-Patienten leiden ganz schön. Diese Medikamente helfen ihnen durch die Pollensaison
von Larissa Gaub, Marian Schäfer, aktualisiert am 03.05.2017

Hatschi! Kinder mit Heuschnupfen leiden sehr. Spezielle Medikamente helfen

istock/Kontrec

Die Nase ist wund vom Putzen, die juckenden Augen machen einen wahnsinnig: Kein Wunder, dass manche Allergie-Kinder wochenlang kaum vor die Tür gehen. "Dabei gibt es einige Wirkstoffe, die die Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers bremsen und den Kindern helfen können", sagt die Frankfurter Apothekerin Dr. Pamela Kantelhardt von der Landesapothekerkammer Hessen:

Antihistaminika

Wirkprinzip: "Wirkstoffe dieser Art blockieren die Andockstellen für Histamin, das hauptsächlich für die allergischen Reaktionen verantwortlich ist", so Kantelhardt. Wirkstoffe: Cetirizin oder Loratadin (ab zwei Jahren, zum Teil abhängig von der Darreichungsform: oral als Saft, Tropfen oder Tabletten) helfen gegen die klassischen Allergiesymptome wie Augen- und Nasenjucken oder Niesattacken, nicht aber gegen mögliche starke Schwellungen im Nasenbereich.


Dr. Pamela Kantelhardt ist Fachapothekerin für Klinische Pharmazie bei der Landesapotheker- kammer Hessen in Frankfurt/Main

W&B/Privat

Zudem können Eltern den Heuschnupfen ihrer Kinder auch mit lokal wirksamen Wirkstoffen wie Levocabastin oder Azelastin (ab einem beziehungsweise ab vier Jahren, als Nasenspray oder Augentropfen) behandeln.

Nebenwirkungen: "Cetirizin und Loratadin sind Antihistaminika der zweiten Generation und gelten im Vergleich zu älteren Antihistaminika als deutlich nebenwirkungsärmer", erklärt Kantelhardt. Vor allem machen sie nicht mehr so müde wie die Wirkstoffe der ersten Generation (etwa Dimetinden oder Clemastin).

Nebenwirkungen wie Nervosität, Kopfschmerzen oder Schwindel können in seltenen Fällen vorkommen.

Mastzellstabilisatoren

Wirkprinzip: "Diese Medikamente stabilisieren die Mastzellen, sodass die Histamin-Ausschüttung vermindert wird", sagt Kantelhardt.

Wirkstoffe: Bewährt hat sich Cromoglicinsäure, die viele Augentropfen und Nasensprays enthalten. "Sie wirkt lokal am Auge oder in der Nase und muss mehrmals täglich und mehrere Tage vor der Pollensaison aufgetragen werden."

Nebenwirkungen: Cromoglicinsäure gilt als nebenwirkungsarm.

Lokal wirksame Kortikoide

Wirkprinzip: Kortikoide verringern die Produktion von Entzündungseiweißen und fahren das Immunsystem dort zurück, wo sie eingesetzt werden. "Sie wirken am stärksten antiallergisch und antientzündlich und werden vor allem bei schweren Beschwerden wie chronischem Heuschnupfen mit einer Nasennebenhöhlenentzündung oder asthmatischen Beschwerden genutzt."

Wirkstoffe: Mometason eignet sich schon für Kinder ab drei Jahren. "Kortikoide können ergänzend auch lokal zum Inhalieren eingesetzt werden, wenn zusätzlich asthmatische Beschwerden auftreten", erklärt Apothekerin Kantelhardt. Die meisten kortisonhaltigen Nasensprays sind allerdings erst ab sechs oder gar zwölf Jahren zugelassen.

Nebenwirkungen: "Moderne Präparate haben bei richtiger Anwendung kaum Nebenwirkungen, vor allem wenn sie, wie in Nasensprays, lokal und in sehr niedriger Dosierung eingesetzt werden."


Mit Heuschnupfen zum Arzt oder Apotheker?

Viele der Heuschnupfen-Medikamente bekommen Eltern rezeptfrei in der Apotheke, auch kortisonhaltige Präparate. "Eltern, die bei ihrem Kind eine Allergie vermuten, sollten aber immer zuerst den Kinderarzt aufsuchen, um eine korrekte Diagnose zu erhalten", sagt Pamela Kantelhardt. "Das ist nicht nur wichtig für die weitere Therapieplanung, sondern auch für eine mögliche Allergen-Vermeidung." Was Kortison-Präparate anbelangt, rät die Apothekerin bei Kindern unter zwölf Jahren grundsätzlich von einer Selbstmedikation ab.


Kinder mit Heuschnupfen sollten Allergene meiden!

Pollen ganz zu meiden ist unmöglich. Das vermindert die Belastung:

  • Oft Haare waschen: Das entfernt Allergene und verhindert, dass sie sich in der Bettwäsche breitmachen.
  • Kleidung vor der Haustür ausziehen. Nasenduschen helfen, Pollen aus der Nase zu entfernen.
  • Fenster tagsüber geschlossen halten. Lüften nur bei geringem Pollenflug. Zudem bieten sich Pollenschutzgitter an.
  • Bei starker Pollenbelastung an der See oder im Hochgebirge (ab 1500 Meter) Urlaub machen.
  • Kreuzallergene meiden: Wer eine Birkenpollenallergie hat, sollte etwa Nüsse oder Äpfel meiden.


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