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Allergien bei Kindern: Tierhaare

Wer auf Katze, Hamster oder Hund mit Niesen und Augenjucken reagiert, hat meist eine Tierhaar-Allergie. Was dagegen hilft, erfahren Sie hier


Mit dem Kaninchen kuscheln – das können viele Tierhaarallergiker nicht, ohne dass die Augen tränen und die Nase läuft

Eigentlich sind sie die bes­ten Freunde des Menschen: Haustiere bereichern das Familienleben und helfen gegen Einsamkeit. Fast jeder ist gerne in Gesellschaft von Kätzchen und Co. Anders geht es Tierhaarallergikern. Wenn sie mit bestimmten Tieren in Kontakt kommen, leiden sie schnell unter gesundheitlichen Beschwerden: Ihre Augen werden rot, die Nase läuft, und auf der Haut ­bilden sich kleine juckende Quaddeln.

Fast jeder Zehnte hierzulande reagiert allergisch auf Tiere. Katzen bereiten den Betroffenen die meisten Probleme, gefolgt von Nagetieren, Pferden und Hunden. Häufig zeigt sich die Allergie schon bei Kindern.

Tierhaarallergie: Abschied vom Haustier

Mithilfe von Haut- und Bluttests können Allergologen herausfinden, welche Tiere die Beschwerden verursachen. Und die sollten Betroffene unbedingt meiden, sagt Dr. med. Franziska Ruëff, Privatdozentin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Denn: „Wer trotz Beschwerden weiterhin Kontakt mit dem Tier hat, auf das er allergisch reagiert, kann ein allergisches Asthma entwickeln“, sagt sie.

Sie rät Eltern betroffener Kinder daher, ein allergieauslösendes Haustier – so schwer es ihnen auch fällt – unbedingt abzugeben. „Das Risiko, dass die Atemwege dauerhaft geschädigt werden, ist zu groß“, sagt die Allergologin.

Kommen die Kinder trotzdem mit Tieren in Kontakt, zum Beispiel wenn sie Freunde in einem Tierhaushalt besuchen oder ­einen Ausflug in den Zoo machen, helfen Medikamente wie Asthmasprays mit kortisonähnlichen Wirkstoffen und anti­allergische Nasen- oder Augen­tropfen gegen die Beschwerden. (Welche Medikamente in welcher Dosis geeignet sind, sollte mit dem Arzt besprochen werden.)


Tierhaarallergie: Tipps für den Alltag

  • Leidet ein Familienmitglied an ­einer Allergie gegen das eigene Haustier, sollte man sich nach einem neuen Zuhause für den Vierbeiner umschauen. Das Tier nur aus dem Kinderzimmer fernzuhalten bringt nichts. Die Härchen wirbeln fast unsichtbar durch die Luft und haften an sämtlichen Wohnungs-Gegenständen.


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  • Sie haben das Haustier abgegeben, aber Ihr Kind hat immer noch ­­Beschwerden? Ganz normal. Manchmal dauert es bis zu einem Jahr, ­bis die allergenen Partikel verschwunden sind.


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  • Sind die Eltern Allergiker (z.B. gegen Pollen), sollten sie sich erst gar kein Haustier anschaffen. Denn dann ist das Risiko groß, dass auch Ihr Kind einmal eine Allergie entwickelt – vielleicht auch gegen Tierhaare. Und ein geliebtes Haustier wieder abzugeben sorgt meist für viele Tränen.


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  • „Baden Sie die Katze“, raten manche Experten. Der Grund: Katzen sondern mit ihrem Speichel ein Eiweißmolekül ab, das die Allergie auslöst. Putzt sich die Katze mit der Zunge, gelangt die Substanz auf das Fell.


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Professor Ulrich Wahn ist Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie an der Charité in Berlin

Experten-Interview: „Hyposensibilisierungen gehen nur selten“

Herr Wahn, bei Insektengift­allergie oder Heuschnupfen kann eine Hyposensibilisierung den Patien­ten helfen, ihr Leiden dauer­haft loszuwerden. Geht das auch bei einer Tierhaarallergie?
Diese Form der Immuntherapie, bei der das Allergen in niedrigen Dosen regelmäßig unter die Haut gespritzt wird, wenden Ärzte hier nur in Ausnahmefällen an. Zum Beispiel bei Menschen, die beruflich mit Tieren zu tun haben, oder bei Allergikern, die so empfindich sind, dass sie nicht einmal mehr neben einem Hundebesitzer in der Straßenbahn sitzen können.

Wo liegt das Problem?
Das Komplikationsrisiko ist für eine routinemäßige Hyposensibilisierung zu hoch. Nebenwirkungen wie ein Asthmaanfall oder ein allergischer Schock treten häufig auf. Außerdem sind die Erfolgsaussichten der Therapie sehr gering.

Wird es in Zukunft neue Behandlungsmöglichkeiten geben?
Zurzeit forschen Wissenschaftler an einer neuen Therapie mit kurzen Eiweißmolekülen. Sie hat einen ähnlichen Effekt wie die Hyposensibilisierung, ist aber risikoärmer. Leider gibt es
bislang noch keine Studien beim Menschen.




Bildnachweis: Fotolia/Natallia Vintsik/2009, W&B/Privat

Julia Schulters / Baby und Familie; 26.10.2011, aktualisiert am 03.01.2014
Bildnachweis: Fotolia/Natallia Vintsik/2009, W&B/Privat

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