Allergien bei Kindern: Hausstaub

Wer morgens nach dem Aufstehen unter Schnupfen und Husten leidet, hat häufig eine Hausstaubmilbenallergie. Hier erfahren Sie, was dagegen hilft

von Julia Schulters, aktualisiert am 03.01.2014

Kleine Übeltäter: Hausstaubmilben können schwere Allergien auslösen

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Hausstaubmilben ­halten sich am liebsten dort auf, wo auch wir es am gemütlichsten finden: im Bett. Und das merken Allergiker meist morgens nach dem Aufstehen. Der Milbenkot, den sie über Nacht eingeatmet haben, verursacht bei ihnen Fließschnupfen, eine verstopfte Nase und Nies­attacken, später oft auch Husten und andere asthmatische ­Beschwerden.


Hausstauballergie: Symptome nehmen im Winter zu

„Besonders im Winter machen die Milben den Betroffenen zu schaffen“, sagt Dr. Ernst Rietschel, Kinderarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Köln. Denn im feuchtwarmen Klima während der Heizperiode fühlen sich die Milben, die sich von Hautschuppen, Hausstaub und Schimmel­pilzen ernähren, besonders wohl.

Treten die Symptome vorzugsweise morgens nach dem Schlafen und ­überwiegend in der kalten Jahreszeit auf, ist ­eine Hausstaubmilben­allergie wahrscheinlich. Der Kinderarzt kann mithilfe von Haut- und Bluttests herausfinden, ob Milben schuld an den Beschwerden sind.

Allergie behandeln

Ist das der Fall, sollten Allergiker versuchen, den Milbenkot zu meiden, zum Beispiel indem sie das Bett mit einem milbendichten Laken überziehen. Medikamente sind trotzdem fast immer nötig, denn ganz beseitigen lassen sich Milben in einer Wohnung nie. Welche Präparate in welcher Dosierung infrage kommen, sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Antiallergische Nasen- und Augentropfen lindern die Beschwerden.

„Wer sich nicht behandeln lässt und weiterhin ständig mit dem Milbenkot in Kontakt kommt, nimmt einen Etagenwechsel in Kauf“, sagt Rietschel. Aus Fließschnupfen und Niesattacken entwickelt sich dann ein allergisches Asthma mit Husten und Atemnot, das der Kinderarzt behandeln muss.


Hausstauballergie: Tipps für den Alltag

  • Wo Pflanzen sind, halten sich auch Schimmelpilze gerne auf. Und weil die zur Lieblingsnahrung von Milben gehören, gilt: raus mit dem Grün­zeug aus dem Schlafzimmer.


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  • Hausstaubmilben lieben ­eine feuchtwarme Umgebung. Schaffen Sie ein milbenfeindliches Klima im Haus, indem Sie regelmäßig lüften.


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  • Staubsaugen macht wenig Spaß, ist aber effektiv. ­Mindestens einmal in der ­­Woche sollten Teppiche und ­Böden bei ­geöffnetem Fenster gründlich abgesaugt werden. Ecken und Flächen unter den Möbeln nicht vergessen!


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  • Milbendichte ­Bettbezüge lassen die kleinen ­Krabbler nicht durch und können bei 60 Grad gewaschen ­werden. Die Bett­wäsche gibt es im ­Sanitätshaus.


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  • Kälte mögen Hausstaubmilben gar nicht. Nutzen Sie die fros­tigen Temperaturen, und stellen Sie die ­Matratze ­eine Zeit lang auf Balkon oder ­­Terrasse. Bei Minusgraden sterben die ­Milben ab. Kuscheltiere ­regelmäßig in die Tiefkühltruhe stecken!


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Dr. Oliver Pfaar ist Allergologe am Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden

W&B/Privat

Experten-Interview: „Der Leidensdruck bei Kindern ist groß“

Herr Pfaar, wie sehr leiden Kinder an einer Hausstaubmilbenallergie?
Sie haben einen großen Leidensdruck. Studien zeigen, dass Kinder mit einer Pollenallergie während der Heuschnupfen-Saison schlechtere Leistungen in der Schule bringen. Hausstauballergiker sind sogar fast das ganze Jahr über betroffen. Besonders schlimm ist der Leidensdruck, wenn sich ein allergisches Asthma entwickelt. Deshalb ist es auch so wichtig, die Hausstauballergie zu behandeln.

Was raten Sie Eltern?
Sie sollten ihre Kinder hyposensibilisieren lassen. Dabei wird ihnen das Allergen in regelmäßigen Abständen etwa drei Jahre lang unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge geträufelt. Die spezifische Immuntherapie (SIT) macht tolerant gegen
Milbenk­ot und kann verhindern, dass sich Asthma entwickelt.

Gibt es Nebenwirkungen?
Die Therapie wird in der Regel gut vertragen. Sie sollte aber von einem allergologisch erfahrenen Facharzt durchgeführt werden.

Woran arbeitet die Forschung?
Verschiedene Ansätze zielen darauf ab, die Therapiedauer zu verkürzen. Auch gentechnisch hergestellte Extrakte könnten in Zukunft die Erfolgschancen der SIT verbessern.




Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto
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