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Allergien bei Kindern – Teil 6: Nahrungsmittel

Bei manchen Kindern lösen bestimmte Nahrungsmittel eine Allergie aus. Wie Sie das erkennen und worauf Sie dann bei der Ernährung Ihres Kindes achten müssen


Gegen Milch, Ei und Nüsse treten am häufigsten Nahrungsmittelallergien auf

Unbeschwert naschen, sorg­los zum Essen gehen, all das können Nahrungsmittelallergiker nicht. Kleinste Mengen bestimmter Lebensmittel genügen, um bei ihnen heftige ­Reaktionen auszulösen. Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sie zum Beispiel Hautausschläge, Erbrechen oder Durchfall.

In besonders schweren Fällen kann eine allergische Reaktion mit Atemnot oder einem anaphylaktischen Schock einhergehen. Das ist ein lebensbedrohlicher Kreislaufkollaps, bei dem der Blutdruck stark abfällt. „Das kommt selten vor, muss aber sofort behandelt werden“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Saloga, Allergologe und leitender Oberarzt an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz.


Rund vier Prozent aller Kinder sind gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Die ­Lis­te mit Inhalts­stoffen, auf die sie überempfindlich reagieren, ist lang: Kuhmilch und Hühnerei ­lösen gefolgt von Erdnüssen, Soja und Weizen am häufigsten Allergien aus. Manche Pollenallergiker entwickeln zudem ­eine Kreuzallergie zu bestimmten Nahrungsmitteln.

Die gute Nachricht: „­Etliche Nahrungsmittelallergien bei Kindern verschwinden bis zum Schulalter von selbst ­wieder“, sagt Experte Joachim Saloga. Gute Chancen hat, wer gegen Kuhmilch und Hühnerei allergisch ist. Erdnussallergiker müssen dagegen meist ihr ganzes Leben lang aufpassen.

Das heißt: Verzicht. Betroffene müssen das Allergen meiden. Treten trotz aller Vorsicht Beschwerden auf, können antiallergische und kortisonähnliche Mittel helfen. Zurzeit forschen Wissenschaftler zudem an Immuntherapien, die die Patienten dauerhaft gegen bestimmte Nahrungsmittel tolerant machen sollen.


Tipps für den Alltag

  • Allergiker, die zu schweren Reaktionen neigen, sollten unbedingt ein Notfallset mit sich tragen. Es besteht aus einem antiallergischen Mittel, einem kortisonähnlichen Präparat und einer Adrena­linspritze. Die Anwendung für den Ernstfall unbedingt vom Arzt erklären lassen! Bei schweren Symptomen den Notarzt unter 112 rufen.


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  • Kinder können noch nicht selbst einschätzen, was sie essen dürfen und was nicht. Informieren Sie daher auch die Eltern befreundeter Kinder und die Erzieher im Kindergarten über die Allergie Ihres Nachwuchses.


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  • Sie sind sich nicht sicher, ob die Beschwerden Ihres Kindes mit einer Allergie zusammenhängen? Dann kann ein Ernährungsprotokoll sinnvoll sein. Notieren Sie, was Ihr Kleines gegessen hat, und schreiben Sie die Symptome auf. Das gibt dem Arzt wertvolle Informationen.


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  • Manchmal stecken winzige Spuren von Allergenen in Lebensmitteln. Lesen Sie die Zutatenliste auf Fertiggericht-Ver­packungen gründlich durch, bevor Sie Ihrem Kind das Gericht geben.


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Dr. Imke Reese ist Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt Allergologie und hat eine Praxis in München

„Kleinste Mengen reichen aus“

Frau Reese, wie finden Eltern heraus, ob ihr Nachwuchs an einer Nahrungsmittelallergie leidet?
Wenn bei einem Kind immer wieder Beschwerden auftreten, kurz nach­dem es etwas Bestimmtes gegessen hat, sollten Eltern einen Kinderarzt zu Rate ziehen. Er kann feststellen, ob es sich bei den Symptomen um eine echte Nahrungsmittelallergie handelt oder ob eine andere Lebensmittel-Unverträglichkeit dahintersteckt. Meist sind nicht-allergische Unverträglichkeiten die Ursache.

Was ist der Unterschied?
Nur bei richtigen Allergien ist das Immunsystem beteiligt. Betroffene reagieren innerhalb kürzester Zeit mit Beschwerden. Bei anderen Unverträglichkeiten dauert das meist länger. Die Menge der Nahrungsmittel spielt bei Allergien keine Rolle. Im Gegensatz zu nicht-allergischen Unverträglichkeiten reichen schon kleinste Mengen aus, um starke Beschwerden zu verursachen.

Müssen Allergiker das Allergen also grundsätzlich meiden?
Ja, auf jeden Fall. Aber damit ist es nicht getan. Um einer Mangelernährung vorzubeugen, müssen die allergenen Nahrungsmittel durch geeignete andere ersetzt werden. Deshalb sollten sich Betroffene unbedingt von einem Ernährungsexperten individuell beraten lassen.



Julia Schulters / Baby und Familie; 13.02.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Adam Pentos

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