Hausstaubmilben halten sich am liebsten dort auf, wo auch wir es am gemütlichsten finden: im Bett. Und das merken Allergiker meist morgens nach dem Aufstehen. Der Milbenkot, den sie über Nacht eingeatmet haben, verursacht bei ihnen Fließschnupfen, eine verstopfte Nase und Niesattacken, später oft auch Husten und andere asthmatische Beschwerden.
„Besonders im Winter machen die Milben den Betroffenen zu schaffen“, sagt Dr. Ernst Rietschel, Kinderarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Köln. Denn im feuchtwarmen Klima während der Heizperiode fühlen sich die Milben, die sich von Hautschuppen, Hausstaub und Schimmelpilzen ernähren, besonders wohl.
Treten die Symptome vorzugsweise morgens nach dem Schlafen und überwiegend in der kalten Jahreszeit auf, ist eine Hausstaubmilbenallergie wahrscheinlich. Der Kinderarzt kann mithilfe von Haut- und Bluttests herausfinden, ob Milben schuld an den Beschwerden sind.
Ist das der Fall, sollten Allergiker versuchen, den Milbenkot zu meiden, zum Beispiel indem sie das Bett mit einem milbendichten Laken überziehen. Medikamente sind trotzdem fast immer nötig, denn ganz beseitigen lassen sich Milben in einer Wohnung nie. Antiallergische Nasen- und Augentropfen lindern die Beschwerden.
„Wer sich nicht behandeln lässt und weiterhin ständig mit dem Milbenkot in Kontakt kommt, nimmt einen Etagenwechsel in Kauf“, sagt Rietschel. Aus Fließschnupfen und Niesattacken entwickelt sich dann ein allergisches Asthma mit Husten und Atemnot, das der Kinderarzt behandeln muss.
Tipps für den Alltag
Wo Pflanzen sind, halten sich auch Schimmelpilze gerne auf. Und weil die zur Lieblingsnahrung von Milben gehören, gilt: raus mit dem Grünzeug aus dem Schlafzimmer.
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Hausstaubmilben lieben eine feuchtwarme Umgebung. Schaffen Sie ein milbenfeindliches Klima im Haus, indem Sie regelmäßig lüften.
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Staubsaugen macht wenig Spaß, ist aber effektiv. Mindestens einmal in der Woche sollten Teppiche und Böden bei geöffnetem Fenster gründlich abgesaugt werden. Ecken und Flächen unter den Möbeln nicht vergessen!
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Milbendichte Bettbezüge lassen die kleinen Krabbler nicht durch und können bei 60 Grad gewaschen werden. Die Bettwäsche gibt es im Sanitätshaus.
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Kälte mögen Hausstaubmilben gar nicht. Nutzen Sie die frostigen Temperaturen, und stellen Sie die Matratze eine Zeit lang auf Balkon oder Terrasse. Bei Minusgraden sterben die Milben ab. Kuscheltiere regelmäßig in die Tiefkühltruhe stecken!
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Experten-Interview: „Der Leidensdruck bei Kindern ist groß“
Herr Pfaar, wie sehr leiden Kinder an einer Hausstaubmilbenallergie?
Sie haben einen großen Leidensdruck. Studien zeigen, dass Kinder mit einer Pollenallergie während der Heuschnupfen-Saison schlechtere Leistungen in der Schule bringen. Hausstauballergiker sind sogar fast das ganze Jahr über betroffen. Besonders schlimm ist der Leidensdruck, wenn sich ein allergisches Asthma entwickelt. Deshalb ist es auch so wichtig, die Hausstauballergie zu behandeln.
Was raten Sie Eltern?
Sie sollten ihre Kinder hyposensibilisieren lassen. Dabei wird ihnen das Allergen in regelmäßigen Abständen etwa drei Jahre lang unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge geträufelt. Die spezifische Immuntherapie (SIT) macht tolerant gegen
Milbenkot und kann verhindern, dass sich Asthma entwickelt.
Gibt es Nebenwirkungen?
Die Therapie wird in der Regel gut vertragen. Sie sollte aber von einem allergologisch erfahrenen Facharzt durchgeführt werden.
Woran arbeitet die Forschung?
Verschiedene Ansätze zielen darauf ab, die Therapiedauer zu verkürzen. Auch gentechnisch hergestellte Extrakte könnten in Zukunft die Erfolgschancen der SIT verbessern.
Julia Schulters / Baby und Familie;
11.01.2012
Bildnachweis: Ullstein/Kent Wood, W&B/Privat
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