Spielen in der Natur ist im Sommer für viele Kinder das Größte. Eine Pollenallergie kann den Kleinen jedoch den Spaß verderben
Sommerzeit, Leidenszeit für Pollenallergiker: Die Nase läuft, die Augen tränen, und der Rachen ist verschleimt. Rund neun Prozent aller Kinder und Jugendlichen reagieren allergisch. Beispielsweise machen ihnen im August vor allem Gräser und Kräuter zu schaffen. Besonders aggressiv: Ambrosia, eine Pflanze, die sich immer stärker hier ausbreitet. Atmen Allergiker die Pollen ein, produziert ihr Körper übermäßig viele IgE-Antikörper. Das sind Immunstoffe, die ihr Organismus gebildet hat, als er zum ersten Mal mit den Pollen in Berührung kam. Bei einem Zweitkontakt lösen die Antikörper die typischen Beschwerden aus. „Der Leidensdruck ist vor allem in der warmen Jahreszeit bei vielen Betroffenen sehr hoch“, sagt Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden.
Deshalb ist es wichtig, eine Pollenallergie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Denn wer als Kind den Besuch beim Allergologen auf die lange Bank schiebt und nichts gegen den Heuschnupfen tut, der riskiert auf Dauer einen sogenannten „Etagenwechsel“. In so einem Fall entwickelt sich aus der Allergie ein allergisches Asthma.
Ludger Klimek rät Eltern daher, mit ihren Kindern unbedingt zum Arzt zu gehen, wenn sie den Verdacht haben, dass die Kleinen an einer Pollenallergie leiden. Ein einfacher Hauttest, der sogenannte „Pricktest“, gibt Aufschluss darüber, welche Art von Blütenstaub die Beschwerden verursacht. Um diese zu lindern, verschreiben Ärzte meist Medikamente mit antiallergischen Wirkstoffen. Häufig werden sie als Nasenspray, Augentropfen, Saft oder Tablette angewendet. Gegen die Entzündung der Schleimhäute helfen Präparate mit kortisonähnlichen Substanzen.
Tipps für den Alltag
Mittags ist die Pollenbelastung draußen am höchsten. Deshalb – wenn möglich – nur zu pollenarmen Zeiten an die frische Luft gehen. Morgens und abends fliegt weniger Blütenstaub.
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Halten Sie das Kinderzimmer möglichst pollenfrei. Kleine Allergiker sollten ihre Straßenkleidung schon vor der Zimmertür ausziehen und vor dem Zubettgehen die Haare waschen. So gelangen die Pollen nicht ins Bett.
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Flüchten Sie vor dem heimischen Pollenflug, und fahren Sie in den Urlaub, wenn Ihrem Kind der Heuschnupfen zu Hause zu schaffen macht. Am Meer und im Hochgebirge ist die Luft meist pollenarm.
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Viele Pollenallergiker verspüren Linderung, wenn sie eine Nasendusche benutzen. Dabei wird die Nasenscheidewand mit einer koch- oder meersalzhaltigen Lösung umspült. Sie reinigt die Nasenschleimhaut von Pollen, Staub und Erregern. Allergiker ab drei Jahren können die Nasendusche in der Pollensaison mehrmals täglich anwenden.
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Experten-Interview: „Heuschnupfen wächst sich nicht aus“
Herr Professor Bufe, können Pollenallergiker ihren Heuschnupfen irgendwann auch wieder loswerden?
Ein Heuschnupfen wächst sich in der Regel nicht aus. Wer als Kind auf Pollen allergisch reagiert, tut dies meist auch im Erwachsenenalter. Mit einer Hyposensibilisierung kann man Heuschnupfen dauerhaft gut in den Griff bekommen und Beschwerden deutlich abmildern. Und sie kann bei Kindern verhindern, dass sich aus der Allergie ein Asthma entwickelt. Der beste Therapie-Start ist der Herbst. Daher sollte man jetzt daran denken, einen Termin beim Arzt zu vereinbaren.
Was genau passiert dabei?
Die Allergenextrakte werden in langsam steigenden Dosen über etwa drei Jahre regelmäßig unter die Haut gespritzt. So entwickelt das Immunsystem den Pollen gegenüber eine gewisse Toleranz. Für Gräserpollen-Allergiker gibt es die Allergenextrakte auch in Tablettenform.
Drei Jahre spritzen – das klingt mühsam. Können Allergiker auf leichtere Therapien hoffen?
Zurzeit versuchen Forscher, die Allergenextrakte so zu verändern, dass sie nicht mehr so häufig verabreicht werden müssen. Außerdem werden neue Darreichungsformen wie Pflaster getestet.
Julia Schulters / Baby und Familie;
30.08.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, Strandperle/Fancy by Veer
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