Schädigende Substanzen, die die Mutter zu sich nimmt, treffen auch das Ungeborene
Zusammenfassung:
Vor allem regelmäßiger Alkoholgenuss in der Schwangerschaft stellt für das ungeborene Kind eine große Gefahr dar. Eine sichere Grenze der Menge von Alkohol, bei der keine Gefahr für das Kind besteht, gibt es nicht. Deshalb sollten Schwangere grundsätzlich auf den Konsum von Alkohol verzichten. Alkoholikerinnen ist von einer Schwangerschaft abzuraten, solange sie ihre Sucht nicht bewältigt haben. Bei der Geburt sind die betroffenen Kinder ungewöhnlich klein und dünn. Ihr Gesicht zeigt sehr charakteristische Veränderungen. Die geistige Entwicklung kann gestört sein. Hinzu kommen oft Fehlbildungen der inneren Organe. Die durch Alkohol in der Schwangerschaft verursachten Schädigungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Diagnose eine Alkoholembryopathie stellt der Arzt durch Befragung der Mutter und anhand des typischen Erscheinungsbildes der betroffenen Kinder.
Eine Therapie der Hirnschäden ist nicht möglich. Fehlentwicklungen der Organe können teilweise durch Operationen behoben werden.
| Das ungeborene Kind ist im Mutterleib durch Krankheiten der Mutter oder auch durch schädigende Substanzen, die die Mutter zu sich nimmt, in seiner Entwicklung gefährdet. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft und besonders zwischen der 4. und der 8. Schwangerschaftswoche können die Auswirkungen auf das Ungeborene sehr schwer wiegend sein. In dieser so genannten Embryonalperiode entwickeln sich die Organe des Kindes. Störungen in dieser Phase können Organfehlbildungen oder sogar den Tod des ungeborenen Kindes nach sich ziehen. Krankheiten und angeborene Schädigungen des Neugeborenen, die in dem kritischen Zeitraum verursacht werden, fasst man unter dem Begriff Embryopathien zusammen. |
Findet die Schädigung nach dem dritten Schwangerschaftsmonat statt, spricht man von einer Fetopathie. Da die Organentwicklung mit Ausnahme des Gehirns in dieser so genannten Fetalperiode schon abgeschlossen ist, können dann keine Fehlbildungen der Organe mehr hervorgerufen werden. Schädigungen führen jetzt vor allem zu Störungen des Wachstums und der Gehirnentwicklung. Die Alkoholembryopathie ist mit Abstand die häufigste vorgeburtliche Schädigung und auch eine der häufigsten erkennbaren Ursachen für geistige Behinderungen. In Deutschland tritt diese Embryopathie ungefähr bei einem von 365. Neugeborenen auf. Das bedeutet, dass zum Beispiel in Deutschland pro Jahr etwa 2200 Kinder mit alkoholbedingten Schäden zur Welt kommen. Bei Alkoholabhängigkeit der Mutter erleiden 30-40 Prozent der Kinder eine mittelschwere bis schwere Alkoholembryopathie, das bedeutet, dass jede dritte während der Schwangerschaft stark trinkende Frau wird bringt ein behindertes Kind zur Welt. |
| Letzte Aktualisierung: 13.03.2007 (Inge Smolek) |
Quelle: surfmed;
13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
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