Abnehmen heißt Nahrungsenergie einsparen. Auf der Streichliste: Süße Getränke, fettreiche und süße Sachen. Frisch gepresste Säfte und kalorienarme Frucht-Shakes sind als willkommene Abwechslung erlaubt
Starre oder einseitige Diäten sind bei Kindern nicht zu empfehlen, da damit eine altersentsprechende Nährstoffzufuhr gefährdet wird. Bei wachsenden Kindern genügt es in der Regel, einen Gewichtsstillstand von einem Jahr anzustreben. Der Body-Mass-Index (BMI; siehe dazu die Frage: „Was ist Adipositas?“ aus dieser Sprechstunde) wird dadurch bereits um 1 bis 2 reduziert. Die Bausteine der Therapie sind Umstellung der Ernährung, Bewegungstherapie und gegebenenfalls eine Verhaltenstherapie immer in Zusammenarbeit mit den Eltern.
Wichtig dabei ist, dass das Kind motiviert ist. Dies kann nur erreicht werden durch Geduld, Verständnis, Einfühlsamkeit und Humor. Generell sollte die Ermutigung im Vordergrund stehen und nicht die Kritik. Die Behandlung sollte nach Möglichkeit ambulant durchgeführt werden. Sie beruht auf drei Säulen:
1. Ernährungstherapie:
Reichlich Obst und Gemüse, reichlich Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee; Reduktion des Fettanteils der Nahrung auf 25-30 Prozent;
Steigerung sogenannter komplexer Kohlenhydrate (zum Beispiel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte) auf 50-55 Prozent;
Verzicht auf hochkalorische Zwischenmahlzeiten und energiereiche Getränke.
2. Bewegungstherapie:
Steigerung der Bewegung im Alltag (zum Beispiel Fußweg zur Schule);
Regelmäßig Sport treiben (Trendsportarten mit Spaß an der Bewegung);
Reduktion des Fernseh- und Computerkonsums (fest vereinbarte Zeiten).
3. Verhaltenstherapie:
Regelmäßige Gewichtskontrollen mit Protokoll;
Selbstprotokollierung des Ess- und Bewegungsverhaltens;
Festen Essplatz vereinbaren: verhindert Ablenkung und Verführung zum Naschen;
Verstärkung durch Belohnungssysteme (zum Beispiel gemeinsame Unternehmungen);
Erlernen von Selbstkontrolltechniken.
Mit der erfolgreichen Behandlung der Adipositas werden auch die Folgeerkrankungen behandelt bzw. vermieden. Durch die Reduktion des Gewichts und die Bewegungssteigerung normalisieren sich Blutdruck und Zuckerstoffwechsel, und die Gefäßveränderungen bilden sich zurück.
Wenn die Behandlung ergebnislos verläuft oder wenn keine ausreichende Motivation vorhanden ist, sollte dies zumindest zu einer konsequenten Therapie der Folgeerkrankungen führen (medikamentöse Blutdrucksenkung, Diabetesbehandlung).
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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06.04.2010, aktualisiert am 05.09.2011
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