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Was versteht man unter ADHS genau?

Was versteht man unter ADHS, der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitässtörung, genau? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Das ADHS der Mädchen heißt häufig "nur" ADS: Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität

Die Abkürzung ADHS steht für die Begriffskombination Aufmerksamkeits-Defizit- / Hyperaktivitäts-Störung. Es handelt sich beim ADHS um ein sehr breit gefächertes Krankheitsbild mit vielen verschiedenen, von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägten Merkmalen. Im Vergleich zu anderen Kindern gleichen Alters haben Kinder und Jugendliche mit ADHS ausgeprägte Auffälligkeiten in drei Kernbereichen:

  • Aufmerksamkeit und Konzentration:
    Kindern mit ADHS fällt es schwer, sich längere Zeit auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren. Sie brechen diese vorzeitig ab, lassen sich sehr leicht ablenken und sind unaufmerksam gegenüber Details.

  • Selbst- beziehungsweise Impulskontrolle:
    Kinder mit ADHS unterbrechen und stören andere, können nicht in einer Reihe warten, fallen anderen oft ins Wort und verhindern mit ihren impulsiven, vorzeitigen Antworten, dass Fragen auch wirklich zu Ende gestellt werden können.

  • Motorik:
    Kinder mit ADHS fallen durch ausgeprägte körperliche Unruhe auf (Hyperaktivität). Sie rutschen auf ihren Sitzen hin und her, bewegen ungerichtet die Hände und Füße, laufen und klettern in unpassenden Situationen, verlassen unmotiviert ihren Platz im Klassenzimmer oder beim "Morgenkreis" im Kindergarten und spielen übermäßig laut.

Nicht immer treten Auffälligkeiten in allen drei Kernbereichen auf. Es gibt zum Beispiel auch betroffene Kinder, die hauptsächlich in ihrer Aufmerksamkeit beeinträchtigt, aber nicht hyperaktiv, sondern sogar eher verträumt sind. In diesem Fall liegt ein ADS vor. Man geht davon aus, dass Mädchen von dieser Form der Störung häufiger betroffen sind als Jungen.

 

Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München


Die Experten der "Sprechstunde Kinderkrankheiten" beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Diese Informationen können den Besuch beim Arzt jedoch nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
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