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Fragen an die Experten: Kinderkrankheiten
ADHS – Hyperaktive Kinder

Und wenn ein Medikament nicht wirkt?

Vitamine fürs Kind

Medikamente helfen den meisten Kindern mit ADHS, wobei natürlich jeder kleine Patient unterschiedich reagiert

Bei der Mehrzahl der Kinder mit ADHS wirken die Medikamente, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Bei manchen Kindern genügt eine sehr niedrige Dosis, andere benötigen mehrere Tabletten, Kapseln oder Retardpräparate. Je nach Medikament setzt die Wirkung schneller oder verzögert ein, hält kürzer oder länger an. Es ist in jedem Fall erforderlich, dass der Arzt die Wirksamkeit genau überprüft. Denn nur bei eindeutigem Effekt ist eine medikamentöse Therapie überhaupt gerechtfertigt. Daher ist auch die Testphase so wichtig (vgl. Frage: „Was muss man bei der Behandlung mit Medikamenten, zum Beispiel Methylphenidat, beachten?“ aus der „Sprechstunde Kinderkrankheiten – Kindergesundheit“, rechte Spalte).

Wenn Methylphenidat nicht wirkt, wird der behandelnde Arzt die Diagnose sorgfältig überprüfen. Bei Bedarf kann er auf Amphetamin oder Atomoxetin ausweichen (siehe Frage „Welche Medikamente gibt es zur Behandlung von Kindern mit ADHS?“ aus der o.g. Sprechstunde). Achtung Atomoxetin: Kinder und Jugendliche, die mit diesem Arzneistoff behandelt werden, müssen sorgfältig auf Verhaltensänderungen hin beobachtet werden, da es in einzelnen Fällen zu Übererregung und Selbstaggression kommen kann. In jüngster Zeit sind zwei Todesfälle (davon ein Suizid) in fraglichen Zusammenhang mit der Substanz gebracht worden.

 

Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München



Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie. Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 19.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
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