Warum ist die genaue Diagnose, das heißt auch der Ausschluss anderer Erkrankungen, zum Beispiel einer Epilepsie, so wichtig?
EEG: Ableitung einer Hirnstromkurve
Kinder mit ADHS entwickeln aufgrund der Misserfolge im schulischen und sozialen Bereich (das bedeutet auch: aufgrund einer geringeren psychischen Belastbarkeit und gestörten Fähigkeit zur Konfliktverarbeitung) häufig sogenannte sekundäre Störungen. Das heißt, sie besitzen eine erhöhte Anfälligkeit für zusätzliche psychische Erkrankungen. Diese können natürlich auch als eigenständiges Krankheitsbild auftreten. Infrage kommen beispielsweise:
Vor allem vor einer medikamentösen Behandlung müssen eventuelle Begleiterkrankungen wie zum Beispiel die zuvor genannten Nervenkrankheiten, aber auch andere Erkrankungen sehr sorgfältig ausgeschlossen werden, weil der Therapieansatz jeweils ganz unterschiedlich ist.
Unter Epilepsie werden alle Formen chronischer Gehirnkrämpfe zusammengefasst. Diese lassen sich meist leicht vom ADHS abgrenzen, sollten aber im Zweifelsfall mittels eines EEG (Elektroenzephalogramm oder Hirnstromkurve) im Rahmen der Diagnostik ausgeschlossen werden.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München
Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
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19.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Okapia KG/L. Mulvehill/PR Science Sc.
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