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Fragen an die Experten: Kinderkrankheiten
ADHS – Hyperaktive Kinder

Wovon hängt die Prognose oder mögliche Fortdauer bis ins Erwachsenenalter ab?

Gruppe Jugendlicher

Immer besser umgehen mit dem ADHS: Viele Jugendliche schaffen das

Aufgrund der neurobiologischen Ursachen des ADHS, mit anderen Worten der Hirnstoffwechselstörung, die ja nicht einfach verschwindet (vgl. Frage: „Welche Ursachen-Muster sind heute in der Fachwelt am ehesten akzeptiert?“ aus der „Sprechstunde Kinderkrankheiten – Kindergesundheit“, rechte Spalte) geht man zunehmend davon aus, dass viele betroffene Kinder auch als Jugendliche mit den Beschwerden durch das ADHS zu tun haben und dass die Symptome sogar häufig bis ins Erwachsenenalter hinein fortbestehen.

Menschen, die an ADHS leiden, haben außerdem ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens zusätzliche psychische Störungen zu entwickeln. Während bei Kindern vor allem Lernstörungen, Entwicklungsdefizite, Tics (wiederholte, kurze motorische Aktivitäten wie zum Beispiel Augenzwinkern, Grimassenschneiden, Schulterzucken oder „stimmliche“ Aktionen, etwa  Räuspern oder Zungenschnalzen) und Störungen des Sozialverhaltens im Vordergrund stehen, können im Jugendalter Probleme mit Alkohol und Drogen dazukommen. Bei Erwachsenen entwickeln sich nicht selten Persönlichkeitsstörungen, Angsterkrankungen oder Depressionen. Unter Persönlichkeitsstörung versteht man, vereinfacht gesagt, abnorme Verhaltens- und Erlebensmuster, die das Beziehungs- und Sozialverhalten, das Miteinander im Privaten und Beruflichen, erheblich belasten und erschweren können.

Allerdings vermindert sich bei vielen Jugendlichen in der Pubertät die überschießende Motorik mit den unkontrollierten Bewegungsabläufen. Die Betroffenen lernen, mit der Beeinträchtigung umzugehen, ihr Leben zu ordnen, kurz: mit der Störung zu leben.

 


Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München



Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie. Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
 



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www.baby-und-familie.de; 19.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
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