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Fragen an die Experten: Kinderkrankheiten
ADHS – Hyperaktive Kinder

Woran mag es liegen, dass das ADHS heute offenbar zunimmt? Kritiker sprechen ja schon von “Mode-Erscheinung”

Zappelphillipp

Der Zappelphilipp aus dem "Struwwelpeter"

ADHS ist keine „moderne Zivilisationskrankheit“. Der „Zappelphilipp“ wurde 1848 im „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann, interessanterweise einem Nervenarzt, eindrücklich beschrieben. Einzelne Kinderärzte behandelten hyperaktive Kinder schon im 19. Jahrhundert!

Erst in den letzten 15 Jahren aber wurden entscheidende Erkenntnisse über die Störung gewonnen, und die Bezeichnung ADHS setzte sich durch.

In den Medien wird heute vermehrt über das ADHS berichtet. Vor allem wird aber sehr kontrovers über die Notwendigkeit einer medikamentösen Behandlung diskutiert. Dadurch ist das Krankheitsbild einer breiten Öffentlichkeit überhaupt erst bekannt geworden. Eine echte Zunahme lässt sich nicht nachweisen. Es wird jedoch vermutet, dass in unserer heutigen Gesellschaft mit ihren erhöhten Anforderungen an den Einzelnen und medialer Reizüberflutung das ADHS deutlicher zutage tritt.

In Deutschland leiden etwa fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen – Jungen häufiger als Mädchen – unter ADHS, also etwa 500.000 Betroffene. Durchschnittlich befindet sich in jeder Schulklasse ein Kind mit ADHS. Etwa 100.000 Kinder, also rund ein Fünftel, werden bisher mit Medikamenten behandelt.

 

Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München

 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie. Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 19.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
W&B/Der Stuwwelpeter/Diogenes Verlag

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