ADHS
Symptome

ADHS kann sich unterschiedlich zeigen. Drei Symptome sind besonders charakteristisch: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität

aktualisiert am 26.11.2015

Rennen und toben – das gehört zu jeder "normalen" Kindheit und ist nicht immer ein Zeichen für ADHS

DigitalVision/ RYF

Jedes Kind ist manchmal laut, zappelt, tobt, folgt nicht oder hat keine Lust, still zu sitzen. Das ist völlig normal. Wo dieser "Normalfall" aufhört und ADHS beginnt, ist nicht immer leicht zu sagen. Drei Merkmale sind besonders typisch für die psychische Störung: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität (mehr dazu weiter unten).

Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der betroffenen Kinder die Störung mit ins Erwachsenenalter nimmt. ADHS äußerst sich dann manchmal etwas anders als in der Kindheit (lesen Sie mehr dazu unter "ADHS bei Erwachsenen" bei www.apotheken-umschau.de).


Bausteine einfach mal in die Luft werfen statt bauen – hyperaktive Kinder folgen gerne ihren spontanen Ideen

W&B/Forster und Martin

Wer ADHS hat, kann mit seiner Umwelt in Konflikt geraten oder hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleiben. Insofern bedeutet die Störung oft eine Belastung für Betroffene und Angehörige. Doch es gibt auch positive Seiten: So sind Menschen mit ADHS oft ideenreich und auf künstlerischem Gebiet sehr kreativ. Viele lassen sich leicht begeistern, sind ausgesprochen hilfsbereit und haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

ADHS – Charakteristische Symptome

1. Unaufmerksamkeit

Die Kinder und Jugendlichen können sich nur mit großer Mühe über einen längeren Zeitraum  konzentrieren. Sie sind leicht ablenkbar, übersehen Details, machen viele Fehler. Sie lassen ihre Sachen liegen, vergessen zum Beispiel ihre Schulhefte. Ihr Verhalten hat oft schlechte Noten oder häufige Ermahnungen zur Folge. Eltern reagieren genervt, weil ihr Kind nicht richtig zuzuhören scheint und Aufgaben nicht ordentlich zu Ende bringt.

2. Hyperaktivität

Die Kinder lassen sich auch durch wiederholte Aufforderungen nur selten dazu bewegen, still zu sitzen. Stattdessen springen sie immer wieder auf, klettern, kippeln, zappeln, laufen. Ihre Rastlosigkeit fällt vor allem in den Situationen auf, in denen besondere Ruhe und Selbstbeherrschung gefragt ist. Im Unterricht oder auch bei Mahlzeiten bleiben die Kinder nicht auf ihrem Platz. Das provoziert fast zwangsläufig Ärger – mit Eltern, Lehrern oder Erziehern. Auffällig ist, dass die Kinder auch dann nicht ruhig sind, wenn sie frei bestimmen können, wie sie ihren Tag verbringen. Sie beschäftigen sich kaum über längere Zeit konzentriert und still mit einem Spiel oder einer Bastelei. Sie zeigen insgesamt wenig Ausdauer bei ihren Aktivitäten, wechseln häufig von einer Beschäftigung zur nächsten. Sie scheinen immer "auf Achse" sein zu müssen.


3. Impulsivität

Die Kinder folgen ungebremst ihren spontanen Ideen und Wünschen. Sie können sich nur schwer zurückhalten. Alle fünf Minuten kommt ihnen etwas Neues in den Sinn. In der Schule stören sie dadurch oft den Unterricht. Sie fallen anderen ins Wort oder platzen in das Spiel anderer Kinder hinein. So können auch im familiären Umfeld Konflikte entstehen.

Typischer Weise beobachten Eltern, dass dieses Verhalten wesentlich ausgeprägter ist als bei Gleichaltrigen. Es besteht länger als ein halbes Jahr. Und es beginnt in der Regel, bevor das Kind sechs Jahre alt ist. Konflikte entstehen in verschiedenen Lebensbereichen: in der Familie, in der Schule oder im Kindergarten. Die Reaktionen der Umwelt können Probleme zusätzlich verschärfen.

ADHS kann mit weiteren Auffälligkeiten einhergehen, beispielsweise Entwicklungsdefiziten wie einer Lese- oder Rechtsschreibschwäche oder Tic-Störungen. Auch Störungen im Sozialverhalten sind gehäuft bei ADHS zu beobachten: Viele Kinder und Jugendliche reagieren zum Beispiel schnell aggressiv oder haben Schwierigkeiten sich in eine Gruppe einzugliedern.


Aufmerksamkeitsdefizitstörung

Eine Sonderform ist  die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) ohne Hyperaktivität: Mehr Mädchen als Jungen sind davon betroffen. Sie wirken meist nicht "hyperaktiv", sondern eher ruhig und unauffällig. Häufig lassen Sie Gegenstände liegen, vergessen Termine oder Aufgaben. Sie wirken oft geistesabwesend, als würden sie vor sich hinträumen. Obwohl die Kinder und Jugendlichen äußerlich nicht "zappelig" wirken, können sie selbst manchmal durchaus eine innere Unruhe spüren.



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